Effizient mit Ressourcen

Strom: Deutschland ist ein ressourcenarmes Land. Kaum noch wirtschaftlich ausbeutbare Kohlevorkommen. Keine Erdölvorkommen. Kaum Gebirge und damit wenig Potenzial für Wasserkraft. Atomenergiefeindlichkeit in der Bevölkerung seit ca. 40 Jahren und der mittlerweile beschlossene Ausstieg aus der Atomkraftnutzung.

Um durch das Fehlen eigener Ressourcen nicht den Schwankungen (und prognostizierten Preissteigerungen) auf dem weltweiten Energiemarkt ausgesetzt zu sein, versuchen deutsche Regierungen, Erneuerbare Energien und geringeren Energieverbrauch zu fördern.

Dazu gibt es seit 1999 mehrere Gesetze, die sogenannten „Ökostrom“ steuerlich fördern, Mindestpreise garantieren und Produzenten von „Ökostrom“ bevorzugen. Die geplante Lenkungswirkung – Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen, Erneuerbare Energien fördern, langfristig die Energieversorgung sichern – scheint einzutreten.

Der Anteil von Erneuerbaren Energien an der Gesamtstromerzeugung ist von 1999 bis 2011 von 5,4 % auf 20,3 % gestiegen. Im Zuge dieser Entwicklung ist Deutschland zum Weltmarktführer in der Produktion von Solaranlagen geworden.

Sprit: Die sog. „Ökosteuer“ wird auch auf Benzin und Diesel erhoben. Sie macht ca. 10 % des Preises an Tankstellen aus. Ihr Ziel ist die Besteuerung des knappen Gutes Energie mit dem Ziel der Steigerung der Effizienz des Energieeinsatzes. Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zufolge hat sie den Anstieg des Verkehrsaufkommens gebremst und zum Kauf von mehr Autos mit geringem Benzinverbrauch geführt.

Diese Gesetze wurden zwar bei ihrer Einführung in dem Sinne diskutiert, ob sie zur Zielerreichung geeignet sind, aber ansonsten von breiten Bevölkerungsgruppen positiv angenommen. Knappheiten und Umgang mit begrenzten Ressourcen.

Auch nach zwei Regierungswechseln bestehen sie weiter. Die Mehrheit ist Stolz auf den bisher ohne Energieausfälle verlaufenden Atomausstieg und auf die hohe Qualität deutscher Windkraft- und Solaranlagen.