Ein feiner Unterschied

Normierung, also die Festlegung einheitlicher Maße und Anweisungen für Produkte und Prozesse, ist nicht nur praktisch, sie spart auch Geld. Und zwar bis zu 17 Milliarden € jährlich, laut Deutschem Institut für Normung (DIN).

Dieses Institut ist den meisten Deutschen wohlbekannt, auch wenn es vielen wahrscheinlich gar nicht bewusst ist: Die DIN-Normen für Papiergrößen sind vielen Menschen in diesem Land nämlich schon zu Schulzeiten in Fleisch und Blut übergegangen.

Doch was ist eigentlich eine Norm?

Die Industrie-und Handelskammer schreibt dazu: „Eine Norm ist eine allseits rechtlich anerkannte und durch ein geregeltes Normungsverfahren beschlossene, allgemeingültige Regel zur Lösung eines Sachverhaltes.“

Auf eine Norm können sich alle Hersteller berufen und damit Zeit und Geld sparen. Normen sind an sich nicht verpflichtend. Sie sind jedoch oft Bestandteil von Produktionsverträgen und geben damit die Produktionsmaßstäbe vor.

Die Produktion erfolgt sozusagen deduktiv, also Theorie- (oder besser Norm-) geleitet. Dies hebt die Norm vom Industriestandard ab: Ein Standard ist nicht allgemeingültig. Er kann vom Hersteller individuell festgelegt werden.

Interessanterweise kennt die englische Sprache diesen Unterschied nicht. Vielleicht zeigt sich also hier bereits in der Semantik ein Stück deutschen Denkens.