Das Falsifikationsprinzip

Deduktives Denken bedeutet, Schlussfolgerungen logisch aus einem Gesetz und einer Bedingung abzuleiten. Dies lernen Studierende der Sozialwissenschaften an deutschen Universitäten früh in ihrer Ausbildung.

Doch das mit den Gesetzen ist in den Sozialwissenschaften nicht immer eindeutig. Sie können nie endgültig bewiesen werden, da niemals alle möglichen Fälle überprüft werden können.

Daher gilt das Falsifikationsprinzip. Es wird gezielt nach Fällen gesucht, welche die Hypothese wiederlegen, um so zu einer besseren Erklärung zu gelangen. Dieses Prinzip geht auf den österreichischen Theoretiker Karl Popper zurück und ist bis heute grundlegend für die Methodenausbildung an sozialwissenschaftlichen Instituten in Deutschland.

Damit einher geht die Ablehnung des induktiven Denkens, also des Verallgemeinerns von Einzelbeobachtungen. Induktives Schließen bleibt, einem Standardwerk der sozialwissenschaftlichen Methodenlehre zufolge, dem alltäglichen Handeln vorenthalten und hat in der Wissenschaft nichts verloren.