„Ich bin nicht überzeugt!“

„Entschuldigen Sie, ich bin nicht überzeugt!“ Während der Münchner Sicherheitskonferenz 2003 beendete Joschka Fischer die Debatte mit seinem amerikanischen Kollegen Donald Rumsfeld mit dieser vorwurfsvollen Aussage.

Doch was war passiert? Wovon war Fischer nicht überzeugt? Die Debatte drehte sich um die Unterstützung der amerikanisch-geführten militärischen Intervention im Irak. Rumsfeld wollte die Unterstützung Deutschlands, doch die deutsche Regierung von Schröder und Fischer lehnte das Ersuchen kategorisch ab.

Bei der Konferenz versuchte Rumsfeld ein letztes Mal, die immer noch zweifelnden Deutschen an Bord zu holen. Doch seine Argumentation, dass der Irak an Massenvernichtungswaffen arbeitete, terroristische Gruppen unterstützte und die Vereinten Nationen ignorierte, genügte nicht, um die deutsche Seite zu überzeugen.

Die Beweise waren zu dünn, die Interventionspläne zu schlecht vorbereitet und der Zeitpunkt erschien ebenfalls schlecht gewählt. Es wäre besser, der Diplomatie erneut eine Chance zu geben, als deutsche Soldaten in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang zu schicken und fragwürdiger Rechtfertigung.

Fischer (ein früheres Mitglied der 68er Studentenbewegung) bezog sich wahrscheinlich auf die jüngere deutsche Geschichte, als er voller Überzeugung den Irakplänen der USA eine Absage erteilte. Und in diesem Fall hat er die Geschichte nun auf seiner Seite; der Irakkrieg entwickelte sich genau zu jenem Desaster, vor dem er immer gewarnt hatte.