Robert H. Goddard

Robert Goddard, der heute als amerikanischer Begründer der Raketentechnik gilt, wurde während seines Lebens von seinen amerikanischen Mitbürgern ausgelacht und verspottet, während er in Deutschland großen Respekt genoss, vor allem wegen seiner Überzeugungskraft.

In einem Frühstadium seiner Forschung zur Raketentechnik finanzierte Goddard die Testläufe selbst, doch als seien Arbeiten an Umfang gewannen, bemühte er sich um externe Finanzierung.

Da er jedoch schüchtern war und die Aufmerksamkeit lieber auf seine Arbeit als auf seine Person lenken wollte, scheiterten die meisten seiner Versuche, Mittel einzutreiben, mit Ausnahme auf die Smithsonian Institution, die sich bereit erklärte, Goddard durch einen bescheidenen Betrag zu unterstützen.

1917 bemühte sich Goddard wiederholt, das amerikanische Militär auf den potenziellen Nutzen seiner Raketenforschung hinzuweisen. Obwohl grundsätzliches Interesse signalisiert wurde, wurde nur einer von Goddards Vorschlägen angenommen: die Entwicklung eines bestimmten Raketenwerfers als leichte Infanteriewaffe. Dieser Raketenläufer wurde zum Vorläufer des Bazooka.

Nach dem 1. Weltkrieg nahm Goddard die Raketenforschung wieder auf und 1919 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel A Method of Reaching Extreme Altitudes (dt. Eine Methode extreme Höhen zu erreichen). In dem Buch erwähnt er die Möglichkeit, Raketen zum Mond zu schicken.

Zu dieser Zeit wurde diese Idee als haarsträubend und unmöglich wahrgenommen. Und auch wenn dieser Vorschlag nun einen kleinen Teil des Buches ausmachte, war Goddard bald „den heftigsten Angriffen“ ausgesetzt, wie es David Lasser, Mitgründer der amerikanischen Raketengesellschaft beschrieb.

1926 zündete Goddard erfolgreich die weltweit erste Flüssigkeitsrakete. Doch aufgrund Goddards schlechten Rufs und aufgrund seiner Medienzurückhaltung, blieb dieser Erfolg praktisch unbemerkt.

In Folge eines Raketenstarts titelte eine lokale Zeitung 1929 spöttisch: „Mondrakete verfehlt Ziel um 238.799,5 Meilen.“ Obwohl Goddard Schwierigkeiten hatte, Amerikaner davon zu überzeugen, dass seine Ideen nützlich waren, war seine Arbeit für Deutsche äußerst überzeugend und nicht lange nach der Veröffentlichung seines Buches erhielt Goddard Anfragen von deutschen Ingenieuren zu seiner Arbeit.

Anfänglich beantwortete Goddard diese Fragen (seine Hilfe ist sogar in Hermann Oberths Buch Die Rakete zu den Planetenträumen von 1923 erwähnt), doch mit wachsender Agression Deutschlands sorgte er sich zunehmend und ab 1940 hörte er auf, auf Fragen deutscher Ingenieure zu antworten.

Als Goddard realisierte, dass er möglicherweise ungewollt die Entwicklung einer deutschen Langstreckenrakete unterstützt hatte, versuchte er das amerikanische Militär in Bezug auf die mögliche Gefahr zu warnen.

Obwohl Goddard nicht in der Lage war, andere von seiner Idee von Langstreckenraketen zu überzeugen (das Militär erachtete seine Warnungen als zu weit hergeholt), war er in der Lage, sich so gut zu verkaufen, dass er zwischen 1942 und 1945 zum Forschungsdirektor innerhalb des Bureau of Aeronautics wurde, wo er an der Entwicklung experimenteller Motoren arbeitete.