Partei, nicht Politiker

Deutsche Parteitage zeigen deutlich, dass Substanz vor Form geht. Viele Jahrzehnte lang stand das Rednerpult nicht einmal in der Mitte der Bühne. Seit einiger Zeit stehen die Redner zwar in der Mitte der Bühne. Die Partei aber, oft vertreten durch über fünfzig Spitzenpolitiker, dominiert nach wie vor die Bühne. Die Botschaft ist eindeutig. Die Partei und ihre Politik stehen im Mittelpunkt.

Deutsche Parteien sind zudem sehr darauf bedacht, Personaldebatten nicht in den Vordergrund zu rücken. Man empfindet sie häufig als nicht konstruktiv. Es wird versucht, sie gegenüber Inhaltsfragen zurückzustellen und schnell und ohne großes Aufsehen zu erregen zu lösen.

Hierbei betonen Politiker, dass es nicht um sie als Person, sondern um die Aufgabe der Partei geht. „Es geht jetzt in erster Linie nicht um mich und um meine Enttäuschung, sondern es geht um etwas Wichtigeres“, hört man Politiker nach verlorenen Personalabstimmungen sagen.