Führen mit Auftrag (Bestandteile)

Entscheidungsvorbereitung im Dialog: Am Anfang steht die Einbindung des bestmöglichen Sachverstandes. Dabei geht es um die Auswertung des eigenen Auftrages, die Beurteilung der Lage und um die Beurteilung der Realisierung der allgemeinen Ziele. So wird die Optimierung der Entscheidung selbst und der Motivation der Mitwirkenden gleichermaßen erreicht.

Der Auftrag beschreibt das Ziel: Die Kernaufgabe der Führung ist die genaue Formulierung des Auftrages. Dabei liegt die Betonung auf der Definition des zu Erreichenden, nicht in der Festlegung der geforderten Handlung. Beschreiben Sie das Ziel hinreichend genau und geben Sie soviel Freiheit in der Durchführung wie möglich.

Die Wege zur Erreichung des Ziels können in aller Regel vor Ort und zu gegebener Zeit besser gewählt und begangen werden als von vorne herein und aus der Ferne. Die Zielbeschreibung gilt auch und besonders dann, wenn Lagefaktoren sich kurzfristig verändern und wenn, aus welchen Gründen auch immer, keine Verbindung zum dem den Auftrag Durchführenden mehr besteht.

Rahmenbedingungen und Hintergrund: Beschreiben Sie dem Durchführenden des Auftrags Rahmenbedingungen und Hintergrund. Es ist wichtig für ihn, zu verstehen, wie sich seine Auftragserfüllung in die Zielerreichung des Ganzen einfügt.

Es ist also wichtig, ihn auch über das eigene, möglicherweise übergeordnete Ziel bzw. den Auftrag des Vorgesetzten informiert zu halten. Der Geführte soll auch in der Lage sein, sinnvoll und zielgerecht zu handeln, wenn das Einholen von Direktiven einmal nicht möglich ist.

Bereitstellung der Mittel: Eine der vornehmsten Aufgaben des den Auftrag erteilenden Chefs ist, seine Leute auch mit den zur Auftragserfüllung notwendigen Ressourcen auszustatten. Alles andere ist nicht nur unfair und demotivierend für den Betroffenen, es gefährdet natürlich besonders die Zielerreichung.

Das Verlangen der Quadratur des Kreises durch Vermehrung der Aufgaben einerseits und Reduzierung der Ressourcen andererseits ist eine der obersten militärischen Führung aus den letzten Jahren bekannte unangenehme Erfahrung mit ganz offensichtlich zunehmender Tendenz. Das Auseinanderklaffen der Auftrag-Mittel-Schere wird durch den guten Chef vermieden.

Regelung der Zusammenarbeit: Gibt es mehrere Bereiche der Auftragsdurchführung, Ressorts, Unternehmensbereiche, Verbände oder Operationen müssen Koordinierungsweisungen oder Regelungen für die Zusammenarbeit mit anderen erlassen werden. Die Aufgaben sind gegeneinander abzugrenzen, Felder der speziellen Kooperation im Grenzgebiet festzulegen.

Rückmeldung und Erfolgskontrolle: Informationspflichten für das Feedback müssen festgelegt werden. Sehr oft unterliegen Führungsvorgänge dem kybernetischen Regelkreis. Dazu sind die Soll-Ist-Vergleiche nötig. Auch zur Wahrnehmung der Aufsichtspflichten höherer Führungsebenen sind geregelte Informationsflüsse unentbehrlich.

Das Primat der Politik braucht die Information der „Political Masters“ und des Parlamentes. Solche Verpflichtungen sollten nicht zum Selbstzweck oder Statussymbol werden. Deshalb sollten sie nur restriktiv und zweckbezogen auferlegt werden.