Führen mit Auftrag

„Führen mit Auftrag“ ist ein Konzept der deutschen Militärführung. Es hat seinen Ursprung in den preußischen (Heeres)Reformen Anfang des 18. Jahrhunderts nach den Niederlagen gegen Napoleon Bonaparte.

Es beschreibt eine Art von Menschenführung. Dabei gibt der militärische Führer den Soldaten mindestens das Ziel, meist noch den Zeitansatz und die benötigten Kräfte vor. Danach soll der Geführte (der Auftragsempfänger) das Ziel auf Basis dieser Rahmenbedingungen selbstständig verfolgen.

Das Besondere ist, dass der Ausführende in der Durchführung des Auftrages weitgehend frei ist, vor allem wenn sich eine Lageänderung ergibt. Das wesentliche Ziel bleibt aber weiterhin bestehen. Damit ist eine hohe Flexibilität in der Auftragsdurchführung möglich und die höhere Führungsebene wird entlastet.

Von besonderer Bedeutung für den Erfolg des Führens mit Auftrag ist, dass die unterstellten Führer (die Auftragsempfänger) die Absicht der übergeordneten Führung kennen und so ausgebildet sind, dass sie daraus für sich im Rahmen des Verständnisses des Auftrages eigenes Handeln im Sinne der übergeordneten Führung ableiten können.

Daher brauchen nachgeordnete Führungskräfte eigene Urteils- und Entschlusskraft. Außerdem müssen sie bereit und auch dazu ausgebildet sein, selbständig und verantwortungsbewusst zu handeln und die Intentionen hinter einem Auftrag zu erkennen.

Für die den Auftrag erteilenden Führungskräfte kommt es vor allem darauf an, die Absicht hinter dem Auftrag zu vermitteln und die wesentliche Leistung herauszustellen.