Eine teutonische Obession

In der britischen Zeitung The Telegraph schrieb Jeremy Warner kürzlich über die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die Eurokrise. Dass es erst jetzt zu einer monetären Lockerung (engl. quantitative easing) käme, liege auch am bisherigen Widerstand Deutschlands.

Die deutsche Ablehnung gegenüber den Maßnahmen der EZB seien jedoch nicht mit den Erfahrung der Deutschen während der Weimarer Republik und somit mit der Angst vor einer Hyperinflation zu erklären, sondern gingen auf tieferliegende Gründe in der deutschen Psyche zurück: der teutonischen Obsession mit Legalität und Regeln.

Ist dies auch der Grund warum, von deutscher Seite auf griechische Vorschläge zu Sparmaßnahmen, Rettungsprogramm und Troika, grundsätzlich ein „Die Griechen müssen sich an die Regeln halten“ ertönt?

Doch wo sind Regeln nötig, um Verlässlichkeit, Stabilität und Kontinuität zu gewährleisten und wo muss aufgrund von sich veränderten Bedingungen davon abgewichen werden? Schließt nicht jede Strategieänderung immer auch einen Regelbruch mit Vergangenem mit ein?