Eine „Katastrofe”?

1996 kam es zu einer Reform der deutschen Rechtschreibung. 2004 und 2006 folgten weitere Überarbeitungen. Seit 2007 ist die Reform an Schulen verbindlich. Ein Anliegen war es, bestimmte Wörter, die bisher in der fremdsprachlichen Schreibung geschrieben wurden, einzudeutschen. Apoteke, Restorant, oder eben auch Katastrofe waren die Folge. Doch soweit kam es aufgrund des erbitterten Widerstands mancher Kultusminister nicht.

Doch auch von der Presse und Schriftstellern und zum Teil aus der Wissenschaft gab es ein Aufbegehren bei der Durchsetzung dieser Strategieänderung. Der Höhepunkt war schließlich als die FAZ, die Änderungen nicht akzeptierte und zur alten Rechtschreibung zurückkehrte.

Erst 2007 kündigte sie an, sich der an Schulen gebräuchlichen Rechtschreibung anzupassen. Der Einheitlichkeit halber. Bei einigen besonders unsinnigen Änderungen werde man aber weiterhin der alten Rechtschreibung folgen, so die Zeitung.

Langwierige Konsensfindung, bewusste Abweichungen, (anfänglicher) Widerstand gegen Neuerungen – all das findet sich in der deutschen Rechtschreibreform wieder.

Sabine Krome, Mitglied im „Rat für die deutsche Rechtschreibung” schrieb zum 15-jährigen Jubiläum der Reform:

„Das ursprüngliche Anliegen der Reformer war gut, die Rechtschreibung, die sich über 100 Jahre lang überhaupt nicht verändert hatte, der heutigen Lebenswirklichkeit anzupassen. … Wenn man allerdings vorher gewusst hatte, wie schwierig der Weg zu dem jetzt erreichten Ergebnis sein würde, hätte man vermutlich noch mal 100 Jahre gewartet, bevor man sich an das Thema herangewagt hätte”.