Bernard Adolph Schriever

In seinem Buch A Fiery Peace in a Cold War: Bernard Schriever and the Ultimate Weapon (2010) beschreibt Neil Sheehan Leben und Werk von Bernard Schriever, der als der Vater der US-amerikanischen Langstreckenrakete (intercontinental ballistic missile, ICBM) gilt.

Schriever und seine militärischen und zivilen Kollegen glaubten fest, wenn sowohl die USA als auch die UdSSR diese Massenvernichtungswaffen besitzen, dann würde die Wahrscheinlichkeit ihres Einsatzes sinken. Schriever musste sich gegen starken Widerstand innerhalb der U.S. Air Force durchsetzen, deren Führung überzeugt war, dass bemannte Flugsysteme – strategische Langstreckenbomber – der einzige Weg seien, eine glaubwürdige Abschreckung gegenüber der Sowjetunion zu erreichen.

Sheehan erzählt anhand der Geschichte Bernard Schrievers und der Entwicklung des amerikanischen Langstreckenraketenprogramms vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis Mitte der 1960er Jahre die Geschichte des Kalten Krieges, eines Krieges, der bis in die 1990er Jahre dauerte und mit dem Fall der Berliner Mauer, der Wiedervereinigung Deutschlands, der Auflösung des Warschauer Bündnisses und der Sowjetunion und der Befreiung Osteuropas von der sowjetischen Dominanz endet.

Die Generäle akzeptierten nicht, dass der Krieg verloren war

In einem Telefoninterview von 2010 (Booknotes auf C-SPAN) setzt Sheehan Schriever seinen in den USA geborenen Militärkollegen, den Generälen Paul Harkins und William Westmoreland, gegenüber, welche beide das Oberkommando der US-Streitkräfte im Vietnamkrieg hatten.

Sheehan war ein junger Kriegsreporter in Vietnam für United Press International (UPI), später für die New York Times. Wie er in seinem Buch A Bright Shining Lie (1988), das sowohl mit dem Pulitzer Preis als auch dem National Book Award geehrt wurde, schreibt, waren die US-amerikanischen Generäle während des Vietnamkrieges nicht bereit zu akzeptieren, dass die USA den Krieg verlieren würden.

Sheehans Recherchen zufolge machte General Schriever sowohl den militärischen als auch den zivilen Mitarbeitern seiner Organisation immer wieder klar, dass er zeitnahe und genaue Berichte über die Probleme wollte, denen das Programm gegenüberstand und viel weniger an den erzielten Fortschritten interessiert war. Im US-Militär waren nach dem Zweiten Weltkrieg sogenannte Fortschrittsberichte üblich geworden und Sheehan zufolge symptomatisch für eine Institution, die nicht bereit war, die Dinge anzugehen, die nicht funktionierten.

Probleme sofort lösen

Schriever ließ seine Untergebenen wissen, dass er niemals jemand entlassen würde, weil dieser einen Fehler gemacht hatte, sondern nur dann, wenn es versäumt wurde ihn über diesen Fehler und Probleme im Allgemeinen zu informieren. Wie Sheehan unter Berufung auf Schriever schreibt, würde sich der Erfolg von alleine einstellen, wenn man sich darauf konzentriert, Probleme umgehend zu lösen.

Bernard Adolph Schriever war 1910 in Bremen zur Welt gekommen. Sein Vater war Ingenieur. Sie wanderten 1917 in die USA aus, nur wenige Monate bevor diese in den Ersten Weltkrieg eintraten.

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