Scheiter schnell, scheiter oft

Scheiter schnell, scheiter oft, scheiter überall. Von John Donohue. The New Yorker. 31. Mai 2015

“Diskussionen über das Scheitern kommen wohl häufiger in Amerika auf, zum Teil, weil unsere Geschäftsleute so gut darin sind. Die Scheiterquote für Startup-Unternehmen, gemessen daran, ob sie alles verlieren (z.B. dass das gesamte Kapital der Firma liquidiert wird), liegt laut Shikhar Ghosh, Dozent an der Harvard Business School zwischen 30% und 40%.

Die Quote liegt bei 70% bis 80%, wenn unter Scheitern verstanden wird, dass man den vorgesehenen Gewinn der Investition nicht erzielt, und 90% bis 95%, wenn man darunter das Scheitern versteht, ein erklärtes Ziel zu erreichen.

Trotz dieser Statistiken sind die Amerikaner weiterhin bemerkenswert optimistisch. Letztes Jahr setzten Wagniskapitalgesellschaften 48 Milliarden Dollar für den Versuch ein, große Gewinne zu erzielen.

Die Tatsache, dass diese Investitionen auf eine verhältnismäßig kleine Anzahl an Unternehmen konzentriert sind, hat zukünftige Unternehmer dabei kaum dazu veranlasst, sich zu ängstigen.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 des Global Entrepreneurship Monitor, eines Projekts des Babson College und der London Business School, antworteten nur 30 % der Befragten, die zwischen 18 und 64 Jahre alt waren und noch kein eigenes Unternehmen führten, dass die Angst zu scheitern sie davon abhalte, ein Unternehmen zu gründen.

Und über die Hälfte der befragten Amerikaner glaubten, dass es gute Möglichkeiten gebe, mit seinem eigenen loszulegen.