Fine Line

Dem Kunden zu dienen, bedeutet, das zu liefern, was er bestellt hat. Nicht mehr, nicht weniger. Schnell. Genau. Die Bestellung erfüllen. Ein Kellner diskutiert nicht mit dem Kunden, ob seine Wahl aus der Speisekarte eine intelligente ist.

Den Kunden zu beraten, heißt, sich in die Entscheidungsprozesse des Kunden hineinzubegeben, mitzudiskutieren, mitzudenken. Am Anfang der Geschäftsbeziehung eher als Resonanzboden. Später als Berater, als jemand, der dem Kunden Informationen, Input, Rat gibt. Auf der höchsten Ebene einer Beraterungsbeziehung denkt und handelt der Berater selbständig, jedoch immer im Geiste dessen, was für den Kunden am besten ist.

Stufen. Von Auftragnehmer bis zum mitdenken, mitentscheiden. Grad. Grade. Graduieren. Graduell. Von Diener zum Partner. Es gibt zwischen den Stufen eine feine Line, bei jedem Übergang. Werden die Linien richtig erkannt, verstanden, gemanagt, wird der Berater zum nächsten Grad graduiert. Falls nicht erkannt, missverstanden, falsch gehandhabt, kommt er nicht weiter, wird möglicherweise die Beziehung beendet.

Beraten bedeutet, Rat geben. Manchmal Rat, den der Kunde gar nicht hören will, aber hören muss. In seinem eigenen Interesse. Dort ist die feine Linie. Der Knackpunkt. Wie geht man damit um? Hält man sich mit dem nötigen Rat zurück, schadet es dem Kunden. Wird der Rat gegeben, könnte dies dem Arbeitsverhältnis schaden.