Wer plant, muß auch vorbereiten

Sich auf etwas einstellen, für etwas leistungsfähig sein, geeignet machen; die notwendigen Arbeiten für etwas im Voraus erledigen; sich vorbereiten, sich entwickeln.

Auf etwas gut vorbereitet sein, wird in Deutschland sehr geschätzt. Bereits im Vorfeld werden Informationen gesammelt und Arbeitsschritte erledigt, die mit einer großen Wahrscheinlichkeit nötig werden. Man ist überzeugt, dass man so insgesamt Zeit spart und in der Situation selbst, auf die man sich vorbereitet hatte, rational entscheiden kann. „Der Kluge baut vor.“

Wer sich nicht vorbereitet und z.B. beim Einkaufen im Geschäft vergisst Dinge zu kaufen oder bei der Arbeitsbesprechung wichtige Fragen versäumt, der ist selbst Schuld. Sich auf etwas vorbereiten, ist für Deutsche darum stets nie ganz freiwillig. Vielmehr sehen sich Deutsche unter Druck, bereits im Vorfeld etwas zu durchdenken, aufzuschreiben und zu recherchieren.

Das Ziel von Vorbereitungen ist stets, eigene oder gemeinsame Pläne schneller zu erfüllen. Man braucht nur einen Einkaufszettel, wenn man schon jetzt plant oder weiß, was man essen und kochen wird. Eine Vorbereitung für ein Arbeitstreffen ist nur dann sinnvoll, wenn man schon im Voraus zu wissen meint, was besprochen wird und man selbst über konkrete Dinge sprechen will.

Wer keine genauen Vorstellungen von dem hat, was er demnächst kochen möchte, benötigt keinen Einkaufszettel. Mehr noch, er kann gar nichts vergessen. Wer keine Vorstellung von dem hat, was auf dem Arbeitstreffen besprochen wird, kann sich auch nicht hierauf vorbereiten. Er kann sich auch nicht ärgern, dass er nicht dazu gekommen ist, sich vorher zu informieren.

Doch in Deutschland haben die Menschen generell stets sehr genaue Vorstellungen, wie etwas sein soll, wie etwas am besten zu sein hat, was sie essen werden und wozu ein Arbeitstreffen stattfinden wird. Denn Deutsche erstellen nicht nur Pläne, sie leben auch nach Plänen.