Selber machen

Deutsche führen oft kleine Arbeiten lieber selbst durch, als andere oder Mitarbeiter damit zu betrauen. Akademiker bauen am eigenen Haus, reparieren ihre Autos und Chefs sitzen bis nachts am Bürotisch und erledigen eine Sache selbst, auch wenn genügend Arbeitskräfte hierfür vorhanden wären.

Mag bei ärmeren Schichten das Geldsparen im Vordergrund stehen, so interessiert hier ein anderer, deutscher Beweggrund. Die eigene durchdachte und umfassende Vorstellung von dem Ergebnis, als auch von der Umsetzung. Dass keine Mitarbeiter oder Dritte zur Hilfe oder ganz mit der Sache betraut werden, ist dabei jedoch kein Misstrauen.

Vielmehr scheint es der Person als eine Unmöglichkeit, sein scharf umrissenes Bild von dem Ergebnis und dem Weg dort hin Dritten zu vermitteln. In dieser Zeit hätte man es ja schon halb fertig. Zudem ist einem Dritten kein Vorwurf zu machen, wenn das Ergebnis nicht ganz der eigenen Vorstellung entspricht.

Schließlich hat die dritte Person ja nur ihr eigenes Bild von jenem eigenen scharf umrissenen Bild. Die eigene genaue Vorstellung von den auszuführenden Arbeiten – ein Dilemma für Dienstleister und Kunden.