Einer guten Sache zu dienen

Wer einer Person dient hat die Moral des zu Dienenden zu akzeptieren. Wer dient, muss Handlungen ausführen, die er womöglich gänzlich ablehnt. Noch mehr, als Diener hat man stets die Wünsche aufs Beste zu erfüllen. Wer dient, tritt für die Zeit der Dienste seine Moralvorstellungen und seine moralische Verantwortung an den Dienstherren ab. Deutsche empfinden dies jedoch nicht als Entlastung, sondern im Gegenteil als Belastung, da sie ihr innerliches Unbehagen bereits im Vorhinein fürchten.

Geben wir uns äußerlich dagegen als Diener einer guten Sache, so unterwerfen wir uns eines Sach- oder eines ethischen Arguments, einer Argumentation, die wir jedoch von Beginn an voll bejahen. Zudem können wir selbst bestimmen, mit welchen Argumenten wir unser Dienen legitimieren. Sind wir nicht mehr von der guten Sache überzeugt, können wir stets ohne Nachteile das Dienen von jetzt auf gleich einstellen.

Psychologisch heißt das, dass wir zwar äußerlich einer guten Sache dienen und für diese Arbeit, Propaganda oder finanzielle Unterstützung leisten, dienen tun wir jedoch streng genommen unseren eigenen moralischen Prinzipien/Entscheidungen. Wir verpflichten uns selbst, vor unseren guten Vorsätzen, vor unseren Überzeugungen. Somit ist auch hier die Selbständigkeit und Selbstbestimmung gewahrt.