Verfassung, Zusatzartikel 6, wieder

Der sechste Zusatzartikel besagt: „In allen Strafverfahren hat der Angeklagte das Recht, über die Natur und die Ursache der Anklage informiert zu werden; den Zeugen, die gegen ihn aussagen, gegenübergestellt zu werden; die Vorladung von Zeugen zu ihrer Verteidigung veranlassen zu dürfen,….“

Das Recht auf Anhörung ist für Amerikaner sowohl im Rechtssystem als auch am Arbeitsplatz grundlegend. Die Anhörung erlaubt beiden Konfliktparteien, ihre Argumente und Gegenargumente hervorzubringen. Dies ist der Anfang des formellen Konfliktbeilegungsprozesses. Amerikaner erwarten vom Teamchef, dass er schnell eine Anhörung anberaumt.

In einer fairen Anhörung haben die Konfliktparteien die Möglichkeit, ihre Beweise einschließlich der Zeugen vorzulegen und die Gegenbeweise einzusehen. Die Anhörung ermöglicht außerdem die Befragung (das Kreuzverhör) der Zeugen der gegnerischen Partei. Eine Anhörung ist nur fair, wenn sie von einer dritten, außenstehenden Partei geleitet wird.

Im amerikanischen Wirtschaftskontext ist der Chef als Richter dazu in der Lage, einen Konflikt aufgrund der hervorgebrachten Argumente und Gegenargumente zu schlichten oder die Anhörung als Grundlage für weitere Untersuchungen bezüglich der Konfliktursachen zu nutzen.

Da amerikanische Chefs für die Arbeitsergebnisse ihrer Teams verantwortlich sind, versuchen sie, den inneren Zusammenhalt des Teams zu stärken. Konflikte jeglicher Art bedrohen den Zusammenhalt. Daher neigen amerikanische Chefs dazu, die Konfliktparteien zusammenzurufen, sobald sie über den internen Konflikt unterrichtet wurden. Die erste Anhörung ist direkt, informell und persönlich. Der Chef möchte zum „Kern des Problems“ vorstoßen.