Zu penetrant?

2011 widmete sich Spiegel Online in einem Artikel der Frage, wie man am besten eine Bewerbung für den amerikanischen Arbeitsmarkt schreibt. Gleich zu Beginn weist der Artikel auf folgende grundlegende Unterschiede zwischen Deutschland und den USA hin:

„Nachhaken gilt nicht als nervig, und in den Lebenslauf gehört nicht der Familienstand – wer sich bei einem US-amerikanischen Unternehmen bewirbt, kann leicht über ein paar kulturelle Unterschiede stolpern. Die wichtigsten im Überblick.”

Hat man seine Bewerbung abgeschickt, empfiehlt der Artikel: “Man darf aber nicht erwarten, dass er oder sie sich von sich aus zurück meldet. Beharrliches, aber höfliches Nachfragen per Telefon wird nicht als penetrant empfunden, sondern als professionell. Es zeigt, dass man wirklich ein großes Interesse an der betreffenden Stelle hat”.

Das heißt im Umkehrschluss: Nachhaken wird in Deutschland als nervig empfunden. Der potenzielle Arbeitsgeber sollte sich von sich aus melden, wenn er Interesse an der Bewerbung hat. Nachfragen wird in Deutschland als penetrant empfunden.