Automobile

US-amerikanische Autos: Der Hummer H2 ist wahrscheinlich das beste Beispiel für dreistes Missachten von Effizienz. Das Fahrzeug wiegt knappe drei Tonnen und verbraucht ca. 25 Liter Sprit auf 100 km. Dabei kostet ein Hummer H2 zwischen 40.000 und 50.000 US-Dollar. Dazu muss man aber sagen, dass der Absatz seit 2005 stark zurückgegangen ist.

US-Amerikaner schätzen große, leistungsstarke Autos, auch trotz des ineffizienten Spritverbrauchs. Ein anderes Beispiel ist der Ford Mustang, der seit 1964 hergestellt wird und mittlerweile in der fünften Generation ist. Das neuste Modell mit einem 5,0 Liter V8 Motor leistet über 300 kW (ca. 420 PS) und der 4,0 Liter V6 Motor leistet immerhin noch an die 230 kW (ca. 310 PS). Obwohl früher Spriteffizienz völlig zu Gunsten der Leistung ignoriert wurde, kann man das vom neudesignten Mustang nicht sagen. Er verbraucht auf der Autobahn nur noch sparsame acht Liter Sprit auf 100 km.

Energieverbrauch: Statistiken der Weltbank zufolge verbrauchte ein Durchschnittsamerikaner im Jahr 2011 7.068 kg Erdöl. Das ist mehr als doppelt so viel wie in den meisten europäischen Staaten pro Kopf verbraucht wird und ca. der vierfache Durchschnittsverbrauch eines Chinesen.

Autogrößen: Obwohl in Westeuropa mehr Autos pro Kopf zugelassen sind als in den USA, sind US-amerikanische Autos bedeutend größer. Ebenfalls leben US-Amerikaner viel häufiger in ausgedehnten Vorstädten, so dass sie einen längeren Weg zur Arbeit haben. Sie pendeln durchschnittlich über eine Stunde zur Arbeit und auch wieder zurück.

Die durchschnittliche Breite US-amerikanischer Straßen ermöglicht außerdem viel größere Lkws und Autos. Auch Taxis sind in den USA viel größer als in Europa oder Asien, obwohl sie pro Fahrt meistens auch nur die gleiche Anzahl Passagiere transportieren.

Steigende Standards bei Spriteffizienz: Als Reaktion auf wachsende Bedenken was Umweltverschmutzung und Globale Erwärmung angeht, hat Präsident Obama Anforderungen beschlossen, die vorsehen, dass die durchschnittliche Spriteffizienz im Jahr 2025 bei 54,5 Meilen für eine Gallone Sprit (ca. sieben Liter Spritverbrauch auf 100 km) liegen soll.

Dieser hohe Standard zielt darauf ab, Automobilhersteller dazu zu bringen, spritsparendere Diesel- und Benzinfahrzeuge zu entwickeln und Elektro- und Hybridfahrzeuge zu fördern. Verbrauchseffiziente Autos wie der Toyota Prius gewinnen zusehends an Popularität. Der Absatz ist seit 2004 rasant angestiegen und Toyota hat seit 2007 über 120.000 Prius pro Jahr verkauft.

Fahrgemeinschaften: Ein anderer wachsender Trend in vielen Städten mit dem Ziel, Umweltverschmutzung und den Verbrauch von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, sind Fahrgemeinschaften. Es tun sich immer mehr Leute zusammen, die gemeinsam zur Arbeit fahren. Dabei kann auch jeder Einzelne Geld sparen und die Anzahl der Autos auf den Straßen wird reduziert.

Allerdings haben die meisten US-Amerikaner immer noch einen langen Weg zur Arbeit und viele legen diesen alleine zurück. Kommunalverwaltungen versuchen Pendler dazu zu ermuntern, Fahrgemeinschaften zu bilden, indem vielerorts sogenannte „High Occupancy Vehicle (HOV)“ Fahrstreifen auf Straßen eingerichtet wurden, die nur von Fahrzeugen mit drei oder mehr Insassen befahren werden dürfen

In Städten mit dichtbefahrenem Straßennetz, wie z.B. in Washington, D.C. nehmen viele Fahrer Anhalter mit, um die HOV Richtlinien der Interstates zu erfüllen. Viele Pendler haben auch damit angefangen „car pooling groups“ zu gründen, die Vans mieten und damit jeden Tag von bestimmten Punkten aus gemeinsam Richtung Arbeit fahren. Dabei werden die Kosten des Autos und eines eventuellen Fahrers geteilt.

Fahrradwege: In einigen US-amerikanischen Städten wurden Fahrradwege eingerichtet, die aus den Vororten in die innerstädtischen Bürozentren führen. Diese Strecken sollen Pendler zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen und sind oft so angelegt, dass sie, wenn nötig, mit Brücken und Tunneln an dem sonstigen Verkehr vorbei führen. Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren ist für US-amerikanische Angestellte immer noch eher ungewöhnlich, aber in Zeiten von zunehmendem Verkehrsaufkommen und steigenden Spritpreisen wird dies immer mehr zu einer Option.