Objektiv, abstrakt

Objektiv: unvoreingenommen; nicht von Gefühlen und Vorurteilen bestimmt; gegenständlich, wirklich, tatsächlich; unabhängig von einem Subjekt und dessen Bewusstsein existierend.

Abstrakt: von der Gegenständlichkeit losgelöst, begrifflich; aus einem höheren Blickwinkel betrachtet; Verallgemeinerung, Generalisierung.

Mit Wissenschaftlichkeit werden im deutschen Verständnis insbesondere Objektivität und Abstraktion verbunden. Objektivität bedeutet Werturteilsfreiheit. Die eigene Meinung kundzutun oder gar im Vorfeld in die Untersuchung einzubringen, ist nach diesem Verständnis nicht akzeptabel. Der Wissenschaftler muss seinem Thema gegenüber neutral, also objektiv gegenüberstehen. Wertungen dürfen höchstens bei der Schlussbetrachtung eingebracht werden und dann auch nur dezent.

Lehrbücher erklären Sachverhalte selten anhand konkreter Beispiele. Viel eher werden allgemeingültige Regelmäßigkeiten vermittelt, die nur punktuell an Fallbeispielen veranschaulicht werden. Mathematische Formeln spielen daher bereits in Einführungswerken eine große Rolle. Lehrlinge werden über abstrakte Aussagen an Themen herangeführt, selten über Beispiele.

Dies gilt auch für das Sprachenlernen. Deutsche erlernen eine fremde Sprache über die Grammatik. Erst wenn sie die grammatikalischen Regeln genau kennen, bilden sie Sätze und sprechen.